SMART Goals & Co: Hoffnung ist keine Strategie
- Simone

- 18. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Ziele setzen ist einfach. Ziele erreichen… eher nicht. Irgendwo zwischen „Ich wollte doch…“ und „Naja, ab Montag dann wirklich“ verlieren viele gute Vorsätze ihren Puls. Der Grund ist selten mangelnde Motivation – sondern meistens mangelnder Plan. Oder, um es weniger charmant zu sagen: Wir sabotieren uns selbst mit vagen Wunschvorstellungen und nennen das dann „Flexibilität“.
Aber keine Sorge. Es gibt Methoden, die helfen – ganz ohne Guru, der dir sagt, du sollst einfach „dein inneres Licht spüren“.
SMART: Ziele mit Substanz
Die SMART-Methode ist alt, bewährt und leider oft unterschätzt – vermutlich, weil sie nicht verspricht, dein Leben über Nacht zu transformieren. Sie ist nüchtern, aber wirksam. Und das ist ja auch mal erfrischend.
SMART steht für:
Spezifisch – Sag, was du willst. Nicht „Ich will produktiver sein“, sondern z. B. „Ich schreibe täglich eine Stunde an meinem Buch.“
Messbar – Damit du nicht im Gefühl steckenbleibst, etwas getan zu haben.
Attraktiv – Ein Ziel, das dich nicht langweilt, ist deutlich leichter umzusetzen.
Realistisch – Zwischen Ambition und Größenwahn ist ein schmaler Grat.
Terminiert – Ohne Deadline wird es ein Hobby. Oder ein Dauervorhaben. Oder beides.
Beispiel: Nicht „Ich will mehr Sport“, sondern: „Ich gehe drei Mal pro Woche für 45 Minuten ins Fitnessstudio, bis Ende September.“
Warum überhaupt strukturierte Zielsetzung?
Weil unser Gehirn kein Fan von Unklarheit ist. Wenn es zwischen „etwas Konkretes tun“ und „ein bisschen YouTube“ wählen darf, gewinnt Letzteres fast immer – es sei denn, du gibst ihm Struktur. Gute Ziele geben Orientierung, messbaren Fortschritt – und sie verhindern, dass du in drei Monaten wieder sagst: „Irgendwie war das Jahr auch einfach zu kurz.“

Drei Alternativen zur SMART-Methode
1. WOOP – Wunschdenken trifft Realität
Wish – Was willst du wirklich?
Outcome – Was wäre das Beste daran?
Obstacle – Was könnte dich davon abhalten (außer Netflix)?
Plan – Wie reagierst du, wenn’s schiefgeht?
Effektiv, weil es nicht nur motiviert, sondern vorbereitet – auf den Moment, in dem du sonst einfach aufgeben würdest.
2. OKR – Für Leute, die Bullet Journals hassen
Ursprünglich aus der Unternehmenswelt, aber auch privat anwendbar.
Objective: Ziel (z. B. „Ich will mich beruflich weiterentwickeln“)
Key Results: Messbare Ergebnisse (z. B. „Ich bewerbe mich auf fünf relevante Jobs bis Juli“)
Gut, wenn du zur Selbstvernebelung neigst – OKR zwingt dich, konkret zu werden.
3. Habit-Tracking – Kleine Schritte, große Wirkung
Ziele erreicht man selten durch große Sprünge, sondern durch tägliche Mini-Entscheidungen.Ein einfaches System (Kalender, App, Notizbuch) hilft, diese sichtbar zu machen – und motiviert durch Kontinuität.
Nicht spektakulär, aber effektiv.
Ziele sind keine Magie, sondern Handwerk
Ziele setzen ist nicht das Problem – wir tun das ständig. Die Kunst liegt darin, aus Wunschdenken konkrete Vorhaben zu machen, die messbar, motivierend und realistisch sind. Methoden wie SMART, WOOP oder OKR helfen dir, genau das zu tun – ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Du musst nicht perfekt planen. Aber du solltest so planen, dass du scheitern kannst – ohne jedes Mal ganz von vorn zu beginnen.



