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Selbsthypnose: Die Kraft des Unterbewusstseins nutzen

  • Autorenbild: Simone
    Simone
  • 20. Aug. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Was ist Selbsthypnose?

Selbsthypnose ist eine Technik, bei der man sich selbst in einen Zustand tiefer Entspannung und fokussierter Aufmerksamkeit versetzt – ähnlich wie bei der klassischen Hypnose, nur dass man den Prozess eigenständig durchführt. In diesem Zustand ist das Bewusstsein reduziert, während das Unterbewusstsein besonders empfänglich für Suggestionen ist. Das Ziel kann vielfältig sein: Stressabbau, Verbesserung des Schlafs, Förderung von Selbstbewusstsein oder sogar das Lösen von Blockaden.


Wie funktioniert Selbsthypnose?


Der Prozess besteht oft aus mehreren Schritten:

  1. Entspannung: Man begibt sich in eine ruhige Umgebung und schaltet störende Einflüsse aus.

  2. Fokussierung: Konzentration auf die Atmung, einen inneren Punkt oder ein Mantra.

  3. Suggestionen: Wiederholung positiver Aussagen („Affirmationen“) oder Visualisierungen.

  4. Rückkehr: Langsames Zurückführen in den Alltagsbewusstseinszustand.

Regelmäßiges Üben ist entscheidend, um die Wirkung zu vertiefen.




Unterschied zwischen Selbsthypnose und Meditation

Aspekt

Selbsthypnose

Meditation

Ziel

Veränderung durch Suggestionen

Achtsamkeit, Gedankenbeobachtung

Bewusstseinszustand

Tranceähnlich, fokussiert auf innere Bilder

Wach und präsent

Methode

Anleitung oder eigene Suggestionen

Atembeobachtung, Mantra, stille Achtsamkeit

Fokus

Veränderung eines inneren Zustands

Akzeptanz des Ist-Zustands

Während Meditation oft passiv ist und das „Loslassen“ betont, ist Selbsthypnose aktiv: Man will gezielt etwas verändern oder stärken.


Was sagt die Wissenschaft über Selbsthypnose?

Selbsthypnose wird zunehmend wissenschaftlich untersucht – mit vielversprechenden Ergebnissen:

  • Stress und Angst: Eine Meta-Analyse von Hammond (2010) zeigte, dass Hypnose (inkl. Selbsthypnose) wirksam Angst und Stress reduzieren kann, insbesondere bei Prüfungsangst oder phobischen Störungen.Quelle: Hammond, D. C. (2010). Hypnosis in the treatment of anxiety- and stress-related disorders. Expert Review of Neurotherapeutics.

  • Chronische Schmerzen: Eine Studie im International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis (2014) kam zu dem Ergebnis, dass Selbsthypnose die Schmerzwahrnehmung bei Patienten mit chronischen Schmerzen deutlich senken kann.Quelle: Jensen, M. P. et al. (2014). Self-hypnosis training for pain management.

  • Schlafqualität: Schweizer Forscher fanden in einer kontrollierten Studie, dass Selbsthypnose den Tiefschlaf (Slow-Wave-Sleep) bei Frauen signifikant verbessern kann.Quelle: Cordi, M. J., Schlarb, A. A., & Rasch, B. (2014). Deepening sleep by hypnotic suggestion. Sleep.

  • Leistungssteigerung: Im Bereich Sportpsychologie wird Selbsthypnose erfolgreich zur Steigerung von Fokus, Selbstvertrauen und Leistung eingesetzt.Quelle: Barker, J. B., & Jones, M. V. (2008). The effects of hypnosis on self-efficacy, affect, and sport performance.


Empfehlenswerte Apps für Selbsthypnose


Wenn du Selbsthypnose ausprobieren möchtest, helfen dir diese Apps beim Einstieg:

  1. Hypnobox– Deutsche App mit personalisierbaren Hypnosesitzungen.– Themenschwerpunkte: Schlaf, Selbstvertrauen, Stress, Gewohnheiten.– Plattform: iOS & Android (kostenlos mit In-App-Käufen)

  2. Harmony Hypnosis Meditation– Professionelle Audio-Hypnosen mit guter Qualität.– Besonders für Anfänger geeignet.– Plattform: iOS & Android

  3. Mindset by DIVE Studios– Inspirierende Hypnose- und Meditationsgeschichten, eher auf mentale Stärke ausgerichtet.– Plattform: iOS & Android

  4. Innerworld– Eine neuere App, die Selbsthypnose mit VR-Elementen kombiniert. Besonders spannend für visuelle Lerntypen.– Plattform: aktuell nur iOS (Englisch)

  5. Insight Timer– Eigentlich eine Meditations-App, enthält aber viele geführte Hypnosen und Affirmationen.– Plattform: iOS & Android (kostenlos mit Premium-Option)



Selbsthypnose ist ein wirkungsvolles Werkzeug zur mentalen Selbststärkung. Wissenschaftliche Studien belegen ihre Wirksamkeit bei Angst, Stress, Schlafproblemen und sogar Schmerzen. Im Vergleich zur Meditation ist sie stärker zielgerichtet und kann mit konkreten Suggestionen tief im Unterbewusstsein Veränderungen anstoßen. Wer regelmäßig übt – idealerweise mit Hilfe einer der genannten Apps – kann langfristig von dieser Methode profitieren.



Quellen:

  • Hammond, D. C. (2010). Hypnosis in the treatment of anxiety- and stress-related disorders.

  • Jensen, M. P., et al. (2014). Self-hypnosis training for pain management. IJCEH.

  • Cordi, M. J., Schlarb, A. A., & Rasch, B. (2014). Deepening sleep by hypnotic suggestion. Sleep.

  • Barker, J. B., & Jones, M. V. (2008). The effects of hypnosis on sport performance.

 
 
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