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Ghosting, Breadcrumbing & Co. – moderne Dating-Phänomene verstehen

  • Autorenbild: Simone
    Simone
  • 3. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

In der Welt des Online-Datings sind neue Begriffe entstanden, die nicht nur die Art des Kennenlernens, sondern auch die Herausforderungen und Fallstricke moderner Romanzen beschreiben: Ghosting, Breadcrumbing, Benching, Orbiting – Begriffe, die sich harmlos anhören, aber oft tiefe emotionale Spuren hinterlassen. Wie kommt es zu diesen Verhaltensweisen? Und wie können Singles damit gesund umgehen?




Was steckt hinter den Begriffen?


  • Ghosting: Plötzlicher Kontaktabbruch ohne Erklärung. Nachrichten bleiben unbeantwortet, Anrufe ignoriert – die Person verschwindet wie ein Geist.

  • Breadcrumbing: Kleine, unregelmäßige Kontaktzeichen (z. B. Likes oder kurze Nachrichten), um jemanden „warmzuhalten“, ohne echtes Interesse an einer Beziehung.

  • Benching: Jemand wird „auf die Ersatzbank gesetzt“ – man hält sich die Person als Option, trifft sich aber nie wirklich.

  • Orbiting: Die Person hat den Kontakt abgebrochen, beobachtet aber weiterhin aktiv das Online-Leben der anderen (Story-Views, Likes etc.).


Diese Verhaltensweisen sind nicht nur frustrierend, sondern oft auch emotional verletzend – vor allem, weil sie meist ohne klare Kommunikation stattfinden.


Psychologische Hintergründe


Laut Psychologen wie Dr. Gili Freedman (Universität St. Mary’s) haben Ghoster oft ein Vermeidungsmuster – sie meiden Konflikte oder unangenehme Gespräche. Das digitale Umfeld macht das besonders einfach: ein Klick genügt, um sich zu entziehen.


Breadcrumbing wiederum kann Ausdruck von narzisstischen Zügen oder Bindungsängsten sein. Manche Menschen genießen Aufmerksamkeit, ohne Verantwortung übernehmen zu wollen.


Moderne Technologien fördern diese Dynamiken: Dating-Apps erzeugen eine Illusion endloser Optionen. Dies kann zu einer Art „Entwertung“ potenzieller Partner führen – warum sich binden, wenn es scheinbar immer etwas „Besseres“ geben könnte?


Neuere Studien (z. B. vom Pew Research Center 2024) zeigen, dass 46 % der Singles unter 35 Online-Dating als „emotional anstrengend“ empfinden. Gleichzeitig wünschen sich viele von ihnen echte, verbindliche Beziehungen – ein paradoxes Spannungsfeld.


So navigierst du durch die Dating-Welt


1. Kenne die Muster – und erkenne sie früh

Wenn jemand von Anfang an unzuverlässig ist, nur selten antwortet oder keine konkreten Treffen vereinbart, ist Vorsicht geboten. Setze dir klare rote Linien – z. B.: „Wenn nach drei Gesprächen kein echtes Interesse spürbar ist, gehe ich weiter.“

2. Kommuniziere klar deine Bedürfnisse

Viele Missverständnisse entstehen, weil Erwartungen nicht ausgesprochen werden. Sag offen, was du dir wünschst: unverbindliches Kennenlernen oder langfristige Partnerschaft? Wer das nicht respektiert, fällt raus.

3. Stärke deine emotionale Resilienz

Nimm Ghosting & Co. nicht persönlich. Das Verhalten sagt mehr über die andere Person aus als über deinen Wert. Unterstütze dich selbst durch Journaling, Gespräche mit Freunden oder sogar therapeutische Begleitung – besonders nach wiederholten negativen Erfahrungen.

4. Reflektiere deine eigenen Muster

Ziehst du immer wieder emotional nicht verfügbare Menschen an? Oder investierst du schnell zu viel Hoffnung in erste Chats? Achtsamkeit und Selbstreflexion helfen, eigene Muster zu erkennen – und zu durchbrechen.

5. Nutze Apps bewusst – nicht als Ersatz für echte Nähe

Dating-Apps sind ein Tool, kein Lebensinhalt. Begrenze deine Nutzungszeit, achte auf dein Energielevel und pflege parallel reale Kontakte. Je klarer du dich selbst kennst, desto weniger angreifbar bist du für manipulative Spielchen.


Selbstschutz trifft auf Offenheit

Ghosting und Breadcrumbing sind Symptome einer überdigitalisierten, oft überfordernden Dating-Kultur. Aber das heißt nicht, dass echte Verbindungen unmöglich geworden sind. Mit psychologischem Verständnis, klaren Grenzen und innerer Stabilität kannst du dich souverän und selbstbewusst durch diese Welt bewegen.



Tipp: Du bist nicht allein. Viele erleben dasselbe – teile deine Erfahrungen in einem vertrauensvollen Umfeld oder hol dir Unterstützung. Dein Wohlbefinden ist wichtiger als jede potenzielle Romanze.

 
 
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