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Persönlichkeitstests – Spielerei oder wertvolles Werkzeug für Coaching & Selbstentwicklung?

  • Autorenbild: Simone
    Simone
  • 5. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Wir alle lieben Tests. Egal ob es der Klassiker in einer Zeitschrift ist – „Welcher Pasta-Typ bist du?“ – oder ein wissenschaftlicher Fragebogen: Tests geben uns Struktur, ein Ergebnis und manchmal sogar das Gefühl, ein Stückchen mehr über uns selbst verstanden zu haben. Doch was steckt hinter den gängigen Persönlichkeitstests – und wie können sie im Coaching oder in der persönlichen Entwicklung sinnvoll eingesetzt werden?





Die Klassiker unter den Persönlichkeitstests


  1. Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI )Der MBTI ist wohl einer der bekanntesten Tests. Er basiert auf den Theorien von Carl Gustav Jung und ordnet Menschen in 16 verschiedene Typen ein – von ENFP bis ISTJ. Dabei werden vier Dimensionen abgefragt: Extraversion vs. Introversion, Intuition vs. Sensorik, Denken vs. Fühlen und Urteilen vs. Wahrnehmen. Jeder Mensch wird anhand dieser Kombination in einen Typ eingeordnet.Nützlich im Coaching: Der MBTI macht deutlich, welche Präferenzen eine Person hat, etwa ob sie Energie aus sozialem Austausch zieht oder aus Rückzug. Im Coaching kann er so ein besseres Verständnis für Kommunikations- und Arbeitsstile schaffen. Gerade in der Karriere- oder Teamentwicklung liefert er oft wertvolle Aha-Momente.

  2. Big Five (OCEAN-Modell) Die Big Five gelten als das wissenschaftlich am besten erforschte Persönlichkeitsmodell. Es basiert auf fünf Dimensionen: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus (emotionale Stabilität). Jeder Mensch bewegt sich auf einer Skala zwischen den Polen dieser Dimensionen, was ein differenziertes Persönlichkeitsprofil ergibt.Nützlich im Coaching: Die Big Five zeigen nicht nur, wo Stärken liegen, sondern auch, wo Belastungsgrenzen oder Entwicklungsfelder sind. Ein Beispiel: Wer sehr gewissenhaft ist, punktet oft in Struktur, kann sich aber auch schwer entspannen. Dieses Wissen hilft, persönliche Strategien zu entwickeln – etwa im Stressmanagement oder bei der Karriereplanung.

  3. DISG-Modell Das DISG-Modell beschreibt Persönlichkeit anhand von vier Grundstilen: Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft. Es geht vor allem um Verhalten und Kommunikation im beruflichen Alltag. Menschen neigen dabei oft zu einer Mischung aus mehreren Stilen, wobei ein Stil meist besonders ausgeprägt ist.Nützlich im Coaching: DISG eignet sich hervorragend, um Konflikte in Teams besser zu verstehen und Kommunikation zu verbessern. Wer etwa sehr initiativ ist, liebt Spontaneität, während der gewissenhafte Typ lieber gründlich plant. Im Coaching lassen sich so Brücken bauen – beispielsweise, indem Teams lernen, die Stärken der jeweils anderen besser zu nutzen.

  4. EnneagrammDas Enneagramm beschreibt neun Persönlichkeitstypen, die jeweils durch bestimmte Grundmotive, Ängste und innere Antreiber geprägt sind. Bekannte Typen sind etwa der Perfektionist, der Helfer, der Macher oder der Visionär. Das Modell geht stärker in die Tiefe als viele andere Tests und beleuchtet auch unbewusste Muster, die unser Denken und Handeln prägen.Nützlich im Coaching: Das Enneagramm ermöglicht es, die „Warum-Frage“ zu stellen – warum wir uns in bestimmten Situationen so verhalten. Es zeigt, wo wir uns selbst im Weg stehen und welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt. Besonders in Fragen der persönlichen Resilienz, Selbstführung oder Beziehungsarbeit bietet es wertvolle Impulse.


Wie helfen Persönlichkeitstests wirklich?

Persönlichkeitstests sind kein endgültiges Etikett, sondern vielmehr eine Einladung, genauer hinzusehen:

  • Sie liefern Sprache für das, was wir spüren, aber vielleicht schwer ausdrücken können.

  • Sie bieten einen Startpunkt für Reflexion – sowohl alleine als auch im Coaching.

  • Sie machen unbewusste Muster sichtbar und geben konkrete Ansatzpunkte für Veränderung.


Grenzen von Persönlichkeitstests

So wertvoll die Tools sind: Kein Test erfasst die ganze Komplexität eines Menschen. Und es besteht die Gefahr, sich zu sehr mit einem „Typ“ zu identifizieren („Ich bin halt so, da kann man nichts machen“). Tests sind also Werkzeug – nicht Wahrheit.


Persönlichkeitstests können wunderbare Spiegel sein – manchmal verzerren sie, manchmal zeigen sie klar. Im Coaching oder in der Persönlichkeitsentwicklung helfen sie vor allem dabei, Gespräche zu öffnen, Muster zu erkennen und bewusst Entscheidungen zu treffen.

 
 
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